Häufig gestellte Fragen:

Was ist das Ziel von Lesestart-Niedersachsen?

Zentrales Ziel von Lesestart Niedersachsen ist es, die Beschäftigung mit Sprache, Literatur und Büchern möglichst frühzeitig in den Alltag der Kinder und Lesen als festen Bestandteil in den Familien zu verankern. Dies soll nach Möglichkeit flächendeckend und in enger Zusammenarbeit mit den Öffentlichen Bibliotheken in Niedersachsen geschehen. Ein Schwerpunkt von Lesestart Niedersachsen liegt auf der Förderung von Familien, in denen die Tradition des Vorlesens und die gemeinsame Beschäftigung mit Büchern, Sprache und Texten nicht zum Alltag gehören.

Babys und Bücher – geht das schon?

Na klar! Kinder, die sich von Beginn an mit Büchern beschäftigen und früh die Faszination des Lesens kennenlernen, weisen später häufig eine wesentlich höhere Lesekompetenz auf als Kinder, die buchfern aufwachsen. Auch zum Spracherwerb ist das Bilderbuch ein optimales Medium. Das Kind hört dem Vorlesenden zu, verknüpft das Gehörte mit den Abbildungen im Buch und formt Laute nach. Seine Fantasie wird angeregt und Gelesenes in gemeinsamen Gesprächen vertieft. Das Kind lernt zu kommunizieren.

Kann ich mit Einjährigen schon in die Bibliothek gehen?

In vielen Bibliotheken gibt es mittlerweile spezielle Angebote für die Kleinsten. Das können kuschelig eingerichtete Bilderbuchecken, eine Leselokomotive oder Veranstaltungen wie literarische Krabbelgruppen, Vorlesestunden etc. sein. Die an Lesestart Niedersachsen teilnehmenden Bibliotheken bieten auch ein Programm für Kleinkinder an und stellen sich besonders auf diese spezielle Zielgruppe ein. Fragen Sie in Ihrer Öffentlichen Bibliothek nach entsprechenden Angeboten.

Warum sind Bücher so wichtig?

Bücher sind das ideale Medium, um das Sprechen lernen zu unterstützen. Durch das Vorlesen entsteht ein Dialog – der Vorleser liest oder erzählt, was auf den Bildern zu sehen ist. Ihr Kind zeigt auf die Bilder und versucht ebenfalls, die Dinge zu benennen oder verknüpft sie mit selbst Erlebtem. So entstehen häufig „Gespräche" - das Kind lernt sich auszudrücken und erweitert seinen Sprachschatz. So geschieht ganz spielerisch Sprachförderung und die Geborgenheit und Nähe einer Bezugsperson bildet die beste Grundlage zum Lernen.

Warum sind Lieder, Reime und Fingerspiele wichtig?

Zunächst einmal, weil sie Spaß machen. Wenn man Spaß hat und mit Freude bei einer Sache ist, lässt es sich viel leichter lernen. Ein anderer Grund ist, dass Kinder mit allen Sinnen lernen und Wörter in Begleitung von Bewegung, Klatschen, Streicheln, Singen usw. sich besser einprägen können.

Mein Kind zappelt beim Vorlesen und ist unkonzentriert – was tue ich?

Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang. Das ist gut so und sollte berücksichtigt werden. Wenn es gerade nicht stillsitzen mag, versuchen Sie es stattdessen mit Kniereitern oder einem Bewegungslied. Auch gemeinsames Singen und Reimen ist eine tolle Form der Sprachförderung.

Wie oft soll ich meinem Kind vorlesen?

Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kind merkt, dass Sie sich Zeit nehmen und ihm gerne vorlesen. Schnell merkt Ihr Kind, dass Sie sich ganz ihm und dem Buch widmen, und Sie können gemeinsam in die Geschichten eintauchen. So eignet sich die altbewährte Gute-Nacht-Geschichte wunderbar dazu, den Tag ruhig ausklingen zu lassen. Natürlich bieten sich auch andere Tageszeiten zum Vorlesen an, wie z. B. die Ruhestunde nach dem Mittagessen. Finden Sie für sich und Ihr Kind den geeignetsten Zeitpunkt. Feste Gewohnheiten und Regelmäßigkeit sind für Ihr Kind wichtig und geben ihm Sicherheit.

Welche Bücher sind empfehlenswert?

Im ersten Lebensjahr sind Bücher häufig für das Baby eher Spielzeug. Sie werden in den Mund genommen, aufeinandergestapelt und fliegen auch mal durch die Luft. Deshalb sollten sie möglichst robust und abwaschbar sein: dicke Pappe, Kunststoff oder Stoff eignen sich für die ersten Bücher. Einfache Bilder, die das Kind aus seiner Umgebung kennt, wie bspw. Abbildungen des Spielzeugs, von Haustieren, Autos etc. kommen besonders gut an. Der Text spielt zunächst eine untergeordnete Rolle.


Etwa ab dem zweiten Lebensjahr werden erste kleine Geschichten interessant und Bücher mit Klappen, Ausstanzungen und anderen Besonderheiten sind nun spannend. Auch Texte in Reimform sind empfehlenswert, sie lassen sich bald mitsprechen. Ein Erfolgserlebnis für jedes Kind.


Für Kinder im dritten Lebensjahr gibt es erste Sachbücher und je nach Interesse des Kindes findet sich sicher ein spannender Titel: Feuerwehr, Bagger, Bauernhof – für jeden ist ein Lieblingsbuch dabei!